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Pride in Kiew unter massivem Polizeischutz

Eigentlich unvorstellbar: Die Pride in Kiew von heute von oben!

Eine rechtsextreme Gruppe warnte vor einem Blutbad. Trotzdem haben sich heute Sonntag 2500 queere Menschen nicht einschüchtern lassen und sind im Rahmen der Pride stolz durch die ukrainische Hauptstadt Kiew marschiert.

Gemäss Medienberichten haben 6000 Sicherheitskräfte den rund einstündigen «Marsch für Gleichberechtigung» unter dem Motto «Die Ukraine ist ein Land für alle» durch die Innenstadt beschützt. Gegendemonstranten wurden laut der Polizei eine Menge Reizgas, Eier und Farbsprühdosen abgenommen. Und richtig: der Eurovision Song Contest hat in diesem Jahr in Kiew stattgefunden …

Mitmarschiert ist auch Konstantin Sherstyuk von Quarteera, ein Verein, der sich in Deutschland für russischsprachige LGBT-Menschen einsetzt. Heute Mittag vermeldete Konstantin auf Facebook, dass «alle, die neben mir waren, sicher und gesund sind». Es sei jetzt Zeit, an «einem sicheren Ort, Champagner zu trinken!».

Im letzten Jahr wurde die Pride in Kiew trotz Polizeischutz von Gewalt überschattet. Es gab mehrere Verletzte. Und im Vorfeld der diesjährigen Pride drohten Rechtsextreme mit einem Blutbad und verbrannten öffentlich eine Regenbogenfahne. Und auf der Webseite des Kiewer Stadtrats wurde eine von 14’000 Menschen unterschriebene Petition für ein Verbot jeglicher Veranstaltungen von LGBT veröffentlicht.

In der Ukraine ist Homosexualität seit 1991 legal, das Schutzalter ist einheitlich auf 16 Jahre angeglichen. Ein gesetzlicher Diskriminierungsschutz aufgrund der sexuellen Orientierung besteht seit 2014, gleichgeschlechtliche Paare haben aber keine Möglichkeit, ihre Partnerschaften einzutragen. Die gesellschaftliche Einstellung gegenüber Homosexualität ist in der Ukraine ablehnend. So halten gemäss einer repräsentativen Umfrage nur gerade 19 Prozent der befragten Ukrainer*innen Homosexualität für einen akzeptablen Lebensstil. Damit liegt die Ukraine hinsichtlich der Toleranz gegenüber Homosexualität unter den ost- und ostmitteleuropäischen Ländern knapp hinter Russland an letzter Stelle.

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