Bücher über Regenbogenfamilien im EU-Land Kroatien unerwünscht

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«Ferien in Kroatien sind ein Traum», rühmen Ferienprospekte das Land an der Adria. «Egal, ob der Feriengast die völlige Abgeschiedenheit oder das bunte Leben sucht: In Kroatien ist alles möglich!» … Doch hinter den bunten Ferienprospekten verbirgt sich eine schwulen- und lesbenfeindliche Fratze.

Am vergangen Sonntag verbrannten kostümierte Erwachsene in einer kroatischen Kleinstadt während der Kinderfasnacht vor den Augen der Kids eine Plakatwand, die ein Bilderbuch über Regenbogenfamilien darstellt. Auf dem mit einer Regenbogenflagge bemalten Plakats waren die Schriftzüge «Mutter und Mutter» und «Vater und Vater» und «Kinderbuch» zu lesen.

Zuvor war das Plakat während einem Umzug durch die Strassen der Kleinstadt getragen worden. Jedes Jahr zeigt das mitgetragene Plakat «ein Übel des Jahres» – meistens eine unbeliebte Person aus der Politik. Dieses Jahr war allerdings «das Übel» ein vor wenigen Wochen veröffentlichtes kroatisches Kinderbuch über Regenbogenfamilien.

Der Verband der Regenbogenfamilien in Kroatien hatte unter grossem Medienwirbel das Büchlein Mitte Januar vorgestellt. Trotz vielen positiven Medienberichten sorgte es vor allem bei der katholischen Kirche für viel Kritik. Und die weltweite christliche Organisation «CitizenGo» startete eine Online-Petition für ein Verbot der «Bewegung des homosexuellen Lebensstil an Schulen» mit bislang über 17‘000 Unterschriften.

Die kroatische LGBT-Community ist über die symbolische Verbrennung des Kinderbuchs entsetzt: Es ist doch wahrscheinlich, dass auch in dieser Kleinstadt Kinder aufwachsen, die später schwul oder lesbisch werden oder die bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen.

Kroatien gehört zu den schwulen- und lesbenfeindlichsten Ländern der EU. Gerade die katholische Kirche macht seit Jahren Stimmung gegen die Gleichbehandlung von homosexuellen Menschen. Vor fünf Jahren stimmte die kroatische Bevölkerung in einem Volksentscheid dafür, dass ein Verbot der Ehe gleichgeschlechtliche Paare in der Verfassung verankert wird. Immerhin schaffte es ein Jahr später die damalige Mitte-links-Regierung eingetragene Lebenspartnerschaften mit eingeschränkten Rechten einzuführen.

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